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Michael Stacheder liest und erzählt: „Spätes Tagebuch“ – von Max Mannheimer

23.11.2020 um 09:00 Uhr

„Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“  Dieses mahnende und auftragsgebende Vermächtnis Max Mannheimers, hat in den vergangenen Jahren, Monaten und Wochen an trauriger Aktualität gewonnen. Verstörend nehmen wir die Zunahme von Antisemitismus, Rassismus und Feindlichkeiten gegenüber anderen Kulturen in unserer Gesellschaft wahr. Das Verstörende darf uns aber nicht lähmen, sondern wir müssen stärker aktiv werden. Wir dürfen nicht länger schweigen, wegsehen und es tolerieren, dass sich die Sprache von Hass und Hetze in unserer Mitte festsetzt und sich radikalisiert in rassistischen Terror- und Gewalttaten. Wir, als Zivilgesellschaft sind gefordert, wir tragen die Verantwortung, dass in unserer Gesellschaft ein demokratisches Miteinander gelebt wird.

Diesen Auftrag annehmend, ging Michael Stacheder 2019 erstmals in Schulen, Bibliotheken und Kulturhäuser und erzählte aus Max Mannheimers Spätes Tagebuch. Dieses beschreibt die Erinnerungen an sein Überleben in Theresienstadt, Auschwitz und Dachau. Max Mannheimer hat alles durchlitten, was einem Menschen in dem von den Deutschen entfesselten Inferno zustoßen konnte: Demütigung, Vertreibung, Internierung im Ghetto, Tod fast der ganzen Familie in der Gaskammer, Arbeitslager und KZ, Hunger, Krankheit und Misshandlung. Wie durch ein Wunder hat er die Hölle überlebt.

Mannheimer sprach lange nicht über das, was er erlebt hatte. Erst, als er irrtümlich seinen Tod nahe glaubte, entschloss er sich, für die Nachgeborenen das Erlittene festzuhalten. Max Mannheimer war bis zu seinem Tode im September 2016 unermüdlich tätig in Vorträgen, Diskussionen und Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Dachau. In zahllosen Veranstaltungen, vor allem auch in Schulen, leistete er die schmerzlichste Arbeit der Erinnerung.

Anlässlich des 100. Geburtstag von Max Mannheimer und zur Erinnerung an die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren findet am 23. November die von der Bildungslandschaft Mittelangeln  organisierte Lesung aus dem Späten Tagebuch für die 10. Jahrgänge der Struensee Gemeinschaftsschule und des Bernstorff-Gymnasiums statt.

 
 

Veranstalter / Veranstaltungsort

Bildungslandschaft Mittelangeln

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24986 Mittelangeln

Telefon (04633) 968 51 27

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